Matchstick: Chromecast Herausforderer mit Firefox OS

Seit über einem Jahr ist der Chromecast auf dem Markt und verwandelte bereits zahlreiche herkömmliche Fernseher in Smart-TV’s. Dieser Erfolg zieht natürlich auch Andere Unternehmen an, die mit ihren eigenen Lösungen etwas vom Kuchen abhaben wollen. Nachdem etwa Microsoft mit gleich zwei Streaming-Geräten nacheinander für Verwirrung sorgte, sucht nun der Matchstick auf Kickstarter nach Unterstützung. Dabei handelt es sich um eine Chromecast-Kopie mit Firefox OS zu einem sehr interessanten Preis. 

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Die Bezeichnung als „Chromecast-Kopie“ ist hierbei keinesfalls negativ gemeint, sondern schlicht eine Tatsache. Das Konzept des Matchstick entspricht genau dem von Googles Chromecast: Über einen Cast-Button (hier nennt man ihn Fling-Button) soll der Nutzer Inhalte aus Smartphone Apps und dem Browser (Firefox & Chrome) an den Matchstick senden können. Diese streamt sich der Stick dann selbst aus dem Internet, so dass Smartphone und PC eher als Fernbedienung dienen. das Nutzungserlebnis von beiden Geräten dürfte also sehr ähnlich sein, womit die Macher des kleinen Sticks sich an einem sehr erfolgreichen Konzept orientiert haben. Für App-Entwickler, die bereits den Chromecast unterstützen, bietet man zudem ein einfaches Convert-Tool an, mit welchem sich auch eine Unterstützung für den Matchstick implementieren lässt.

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Unterschiede gibt es bei den Geräten vor Allem unter der Haube: Zuerst einmal läuft auf dem Matchstick das offene Betriebssystem Firefox OS, dessen Quellcode von jedem eingesehen werden kann. Desweiteren verfügt der Stick über eine etwas potentere Hardware-Basis als der Chromecast: Ein Rockchip Dual-Core Prozessor mit unbekannter Taktung kümmert sich um 4 GB internen Speicher und 1 GB Ram. Zum Vergleich, im Chromecast leistet ein Single-Core Prozessor von Marvell (nein, nicht die mit den Comics) seinen Dienst, welcher Zugriff auf 2 GB internen Speicher und 512 MB Ram hat. Der Matchstick hat also das Potential, dem Chromecast in gewissen Belangen überlegen zu sein. Er könnte zum Beispiel eine gewisse Menge an Daten vorladen, um Abbrüchen während des Abspielens zu vorzubeugen. Aber auch Mini-Spiele könnten mit dem Matchstick möglich sein, hierbei stößt der etwas schwach ausgestattete Chromecast in der Regel an seine Grenzen.

Der interessanteste Faktor des Matchstick dürfte aber – wie auch beim Chromecast – der Preis sein. Für 25 Dollar will man das kleine Gerät im nächsten Jahr auf den Markt bringen, Unterstützer der Kickstarter Kampagne zahlen sogar nur 18 Dollar. Damit wird der Matchstick für viele schon zum Nobrainer (etwas, was man kauft, ohne genau darüber nachzudenken), das Projekt hat sein Finanzierungsziel von 100.000 Dollar auch innerhalb eines Tages bereits erreicht. Das große Interesse für die Kampagne und die Tatsache, dass das System des Matchstick offen zugänglich ist, dürfte auch zu Beginn der Auslieferung Anfang 2015 für eine große Anzahl an unterstützten Apps sorgen, Netflix beispielsweise ist scheinbar bereits an Bord.

Alles in Allem scheint der Matchstick eine ziemlich starke Alternative zum Chromecast zu werden. Googles einziger Vorteil ist derzeit, dass ihr Produkt überhaupt verfügbar ist, während der Matchstick noch auf sich warten lässt. Mal sehen, ob und wie Google darauf reagieren wird.

Source :

Kickstarter