Chrome wird schneller – dank HTTP 2.0

In nicht allzu ferner Zukunft dürfen sich Chrome Nutzer aller Plattformen über einen nicht unerheblichen Geschwindigkeitszuwachs freuen. 

Diagramm_2-5801a92e1032df96

Das Hypertext Transfer Protocol (kurz HTTP, die vier Buchstaben, die immer ganz vorne bei einer URL stehen) bestimmt die Art und Weise, wie die für den Aufbau einer Webseite/Webanwendung benötigten Daten zwischen Client und Server hin und her gesendet werden. Der aktuelle Standard hierfür ist HTTP 1.1, eine Version, welche bereits seit 1999 verwendet wird.

Im Gegensatz zu damals, als Webseiten nur aus Text, wenig Bildern und wenig Intelligenz bestanden, ist das Internet heute deutlich komplexer. Dieser Blog hier etwa bekommt die zahlreichen benötigen Daten nicht bloß von einem Ort, sondern muss sich mit mehreren verschiedenen Servern verbinden, um einzelne Bestandteile des Quellcodes zu laden.

Mit HTTP 1.1 wird für jede einzelne der Anfragen (Texte, Bilder, Scripte, Style-Anweisungen) eine komplett neue Verbindung eingerichtet. Das ist ungefähr so, als würdet ihr für jede Fahrt von A nach B eine neue Straße bauen & diese direkt danach wieder abreißen. Keine sonderlich effiziente Lösung, die zudem auch dann nicht wirklich schneller funktioniert, wenn man selbst eine Highspeed Internet-Leitung besitzt.

HTTP 2.0 könnte komplexe Webanwendungen drastisch beschleunigen

Genau hier setzt einer der zentralen Vorteile von HTTP 2.0 an. Der neue Standard ermöglicht das Zusammenfassen mehrerer Anfragen, um diese dann über ein und dieselbe Verbindung simultan abzuwickeln. Anstelle einer einspurigen Straße, die sich nur einmal befahren lässt, bietet uns HTTP 2.0 also eine mehrspurige Autobahn, die solange bestehen bleibt, bis wirklich alle benötigten Daten vorhanden sind.

HTTP 2.0 wurde auf Basis von Googles eigenem Protokoll SPDY (gesprochen „Speedy“) entwickelt, welches bereits seit Chrome Version 6 im Browser integriert ist. Das neue Protokoll bietet gegenüber SPDY aber noch einige weitere Vorteile, außerdem unterstützen laut Wikipedia gerade mal 3% aller Webseiten SPDY. Dies dürfte bei einer neuen Version des HTTP Standards anders sein.

Weitere Vorteile von HTTP 2.0 sind verbesserte Kompressionsmöglichkeiten, binär kodiertes Übertragen von Inhalten und Server-initiierte Datenübertragungen (Push). Für den Nutzer soll all dies aber insbesondere eines bedeuten: Einen möglicherweise signifikant schnelleren Aufbau von Webseiten.

Google wird die Unterstützung von HTTP 2.0 in den nächsten Wochen in Chrome integrieren. Die Unterstützung für das eigene Protokoll SPDY wird hingegen bis Anfang 2016 eingestellt.